Kurz vor Ende des Schuljahres 2016/17 entschlossen wir uns, mit unserer Schule an dem landesweiten Wettbewerb „Stimme für Respekt. Gegen Extremismus. Ein Präventionsprojekt für Kinder und Jugendliche im Rahmen der Schulsozialarbeit.“ der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) sowie der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Schulsozialarbeit teilzunehmen.

Wir – das waren zu diesem Zeitpunkt Nadine Cose

ntino, SV- Lehrerin und Koordinatorin für ,,Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage” und Nikolaus Schneider, Schulsozialarbeiter und Theaterpädagoge.

Eine ganze Weile schwirrten uns schon neue Ideen zu diesen Themen im Kopf herum und der Wettbewerb gab den Impuls, sie zu konkretisieren.

Auf der einen Seite stand der Wunsch, eine Informations- und Anlaufstelle an unserer Schule zu installieren, die von SchülerInnen „betrieben“ wird und sich mit allen Formen von Diskriminierung auseinandersetzt, darüber informiert und im Bedarfsfall Hilfe leistet.

Auf der anderen Seite wollten wir kreativ – in Form eine Klassenzimmertheaters –  die Themen Diskriminierung und Extremismus veranschaulichen und somit zur Diskussion in unseren Klassen anregen.

Dies war die Basis für unseren Projektentwurf und ergab ein gelungenes Ganzes, welches auch die Verantwortlichen der AJS und LAG Schulsozialarbeit überzeugte. Denn diesen gefiel unser Idee so gut, dass sie uns zu einer von sechs Gewinnerschulen kürten und uns mit einem Preisgeld von rund 4000 € auszeichneten.

Da auch unsere Schulleitung unsere Projektidee begeistert aufnahm und uns Unterstützung versprach, stand der Umsetzung nicht mehr viel im Weg.

Die genannte Anlaufstelle sollte von SchülerInnen besetzt werden, diese mussten aber entsprechend geschult werden. Interessierte Jugendliche sollten wöchentlich im Rahmen einer „Anti-Diskriminierungs-AG“ für dieses Aufgabe „ausgebildet“ werden. Den Verein „Coach e.V. – Kölner Initiative für Bildung und Integration junger Migranten”  konnten wir mit ins Boot holen und von seiner reichen Erfahrung profitieren.

Geschäftsführer Ahmet Sinoplu und die freie Mitarbeiterin Jinan Dip gaben uns wichtige Impulse und sensibilisierten uns für das Thema. Im Laufe des Schuljahres veranstalteten sie für unsere SchülerInnen maßgeschneiderte Workshops, die nahtlos zu den von uns behandelten Themen in der AG passten.

Für die künstlerische Umsetzung des Klassenzimmertheaters konnten wir den Regisseur und Schauspieler Luca Paglia gewinnen.

Mit seiner Ruhe und Kreativität gelang es ihm, trotz schwankender Teilnehmerzahlen, mit den SchülerInnen in kürzester Zeit ein intensives Klassenzimmerstück zu entwickeln.

Für den Bereich „Hilfe für Betroffene von Diskriminierung“ fanden wir in unserem Kollegium die richtige Person: Dilcan Tonk, Lehrerin, Schulmediatorin und Ausbilderin der Streitschlichter an unserer Schule.

 

Das Ergebnis unserer siebenmonatigen gemeinsamem Arbeit:

Eine Gruppe von 20 SchülerInnen der 9. und 10. Klassen ist vorerst fertig ausgebildet und in der Lage, Rat suchende Schüler zu unterstützen. Daneben wurde von der Gruppe das Klassenzimmerstück „Schafe im Wolfspelz“ einstudiert und in allen 7. bis 9.Klassen aufgeführt. Dabei dient das Stück auch für die ZuschauerInnen als kreativer und niedrigschwelliger Einstieg ins Thema.

Die Vorführung wechselt zwischen Schauspiel und Moderation, im Sinne eines peer to peer Unterrichts werden Fragen zum Stück gestellt, so dass ein reger Austausch zum Thema in der Klasse in Gang kommt.

Durchweg konnten wir eine gebannte Stimmung bei den SchülerInnen der Klasse feststellen und  eine außergewöhnlich hohe Bereitschaft, sich auf entstehende Diskussionen einzulassen.

Ein Höhepunkt war der „Internationale Tage gegen Rassismus“. Am 21.03.2018 gab es eine öffentliche Vorstellung in einer Klasse, an der auch die Presse teilnahm. Die Resonanz war auch dort sehr positiv und zu unserer Freude wurde unsere Arbeit so auch in der Öffentlichkeit bekannt. So hat u.a. der Kölner Stadtanzeiger großformatig über unser Projekt berichtet.

Wir sind stolz, dass wir unsere Ideen in dieser Form verwirklichen konnten und mit dem Ergebnis der gemeinsamen Arbeit mehr als zufrieden.

Besonders freut uns, dass wir unserer Vision, die Anti-Diskriminierungs-AG fest an der Schule zu etablieren, im nächsten Jahr einen Schritte näher kommen werden. Ab September werden bereits weitere SchülerInnen der bestehenden Gruppe beitreten. Mit einem weiteren Theaterstück werden wir

 

uns wieder auf den Weg durch die Klassen machen.

 

 

 

 

In diesem Video gibt es einen kleinen Einblick ins Projekt: