Das Tanzprojekt „Carmina Burana“ an der Kölner Oper – ein ganz besonderes Erlebnis

Im Sommer 2011 durfte unsere Schule an einem ganz besonderen Projekt teilnehmen, dem Projekt „Carmina Burana“ an der Kölner Oper. Durch Zufall hatte ich von diesem Projekt erfahren und mich mit meiner Klasse dafür beworben. Neben drei Gymnasien und einer Gesamtschule waren wir die einzige Realschule, die teilnehmen durfte. Es waren insgesamt 128 Schüler und Schülerinnen beteiligt.

Der international renommierte Choreograph Royston Maldoon, der u.a. durch den Film „Rhythm is it!“ bekannt ist, inszenierte mit den Schülern Carl Orffs „Carmina Burana“ als szenisches Tanzprojekt.

6 Wochen lang probten die Schüler und Schülerinnen täglich im Anschluss an den Unterricht alle gemeinsam, zunächst in der Turnhalle CB_1des Humboldtgymnasiums und in den letzten zwei Wochen auf der Bühne der Kölner Oper. Keiner meiner Schüler hatte Erfahrung im Bereich „Tanz“, und es war absolut beeindruckend, was Royston Maldoon aus den Schülern herausgeholt hat. Er selbst sagt dazu: „Tanz bietet enorme Möglichkeiten, sich selbst zu erforschen und darzustellen- aber dafür muss das Potenzial eines Menschen freigesetzt… werden. Man muss mit aller Leidenschaft danach streben, etwas Einzigartiges auf die Bühne zu bringen.“ Das ist Maldoon auch mit diesem Projekt vortrefflich gelungen. Schüler, die vorher noch nie getanzt hatten und in ihrer Freizeit am liebsten Computerspiele spielten oder „chillten“, ließen sich von ihm mitreißen und wuchsen in den Wochen des gemeinsamen Arbeitens über sich hinaus. Sie lernten, wie wichtig Disziplin, Konzentration und der volle Einsatz eines jeden Einzelnen für den Erfolg ist. Da Maldoon während des gesamten Trainings ausschließlich Englisch sprach, erweiterten sie ganz nebenbei auch ihre Englischkenntnisse.

Und das, was am Schluss auf der Bühne der Kölner Oper zu sehen war, war faszinierend und sehr berührend. „(Maldoon) hat mit dieser großen Schar von Nicht-Professionellen Unglaubliches vollbracht. Er hat eine geschlossene Compagnie geschaffen, die mit disziplinierter Wucht ihre Körper reden lässt, mit differenzierter Bewegungssprache Wort, Handlung und Musik folgt und die zeigt ,dass … harte Arbeit Begeisterung und Faszination nicht erstickt, sondern vielmehr deren Voraussetzung ist.“ (Kölner Stadtanzeiger vom 16./17.7.2011)

Am 14./15./16. Juli fanden die Aufführungen vor jeweils ausverkauftem Opernhaus statt und die Schüler wurden durch anhaltende standing ovations für ihren Einsatz belohnt.

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Schülerkommentare zu dem Projekt Carmina Burana:

An dem Projekt „Carmina Burana“ hat mir besonders gut gefallen, dass wir in verschiedenen Altersgruppen zusammengearbeitet haben. Wir haben dabei eine unvergessliche Erfahrung gemacht und hatten durch die Superzusammenarbeit einen großen Erfolg. Das Ganze hat uns als Klasse näher gebracht und uns zusammengeschweißt. Außerdem habe ich neben Pünktlichkeit und Disziplin auch gelernt, mich auf andere zu verlassen. In den Momenten, als wir die Choreographie einstudierten und dadurch dann völlig kaputt waren, haben wir es trotzdem einfach durchgezogen. Ich bin sehr froh, dass unsere Klassenlehrerin uns die Möglichkeit gegeben hat, eine so unvergessliche Zeit zu erleben.
(Kayra)

Das Projekt „Carmina Burana“ fand ich super, da die ganze Klasse etwas Gemeinsames unternommen hat. Das Projekt war sehr hilfreich für uns Schüler, da wir lernten, was Klassendisziplin ist. Damit will ich sagen, dass wir in dem Projekt 3-5 Stunden ganz konzentriert und leise arbeiten mussten. Nur einige wenige Schüler versuchten zu reden oder hatten Unsinn im Kopf. Außerdem gefiel mir, dass wir Freunde fanden und dass sich auch sonst ganz ruhige Schüler trauten, mal was Interessantes auf der Bühne zu machen. Die Krönung war für mich der Applaus, der vom Premierenpublikum kam.

(Kadir)

Es war toll, diese Erfahrung zu machen und ich finde es sehr schade, dass die wochenlange Arbeit jetzt vorbei ist. Ich werde alle meine neuen Freunde vermissen, aber ich bleibe mit ihnen in Kontakt.

Ich bin froh, in das Projekt hinein gekommen zu sein, weil es auch ein schönes Gefühl war, auf der Bühne vor so vielen Leuten zu stehen. Ein paar Lieder, zu denen wir getanzt haben, waren sehr lustig, andere eher ernst oder traurig. Vor jeder Vorführung und vor allem vor der Premiere war ich sehr nervös und aufgeregt, aber als ich auf der Bühne stand, war alles wieder okay, und ich habe automatisch das gemacht, was wir eingeübt haben.

(Peter)