Inklusionskonzept

Seit dem Schuljahr 2012/2013 verfolgt die Eichendorff-Realschule den pädagogischen Ansatz der Inklusion, dessen wesentliches Prinzip die Wertschätzung und Anerkennung von Vielfalt in Bildung und Erziehung ist. Dies bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler einen uneingeschränkten Zugang und unbedingte Zugehörigkeit zu unserer Schule bekommen und die Pädagogik entsprechend auf die individuellen Bedürfnisse eingeht. Jede Schülerin und jeder Schüler ist ein selbstverständliches Mitglied der Schule und der Gesellschaft, egal ob er eine Behinderung hat oder nicht.

Aktuell gibt es an der Eichendorff-Realschule acht Klassen, in denen Schüler mit Förderbedarf unterrichtet werden. In jeder dieser Klassen lernen jeweils vier bis sechs Schüler mit Förderbedarf. Neben Schülern mit den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung und Lernen besuchen Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sprache die Schule.

Derzeit unterrichten vier Sonderpädagoginnen in diesen Klassen. Die wöchentliche Doppelbesetzung beläuft sich pro Klasse auf etwa 9 Unterrichtstunden.

Insgesamt stehen uns für alle Klassen zwei Differenzierungsräume zur Verfügung.

Grundsätzliches

Unser Ziel ist es, Schüler mit Förderbedarf so weit wie möglich zielgleich und im Klassenverband zu unterrichten. Dazu stehen im Schuljahr 2014/15 jeder Inklusionsklasse neun Stunden mit Begleitung einer Sonderpädagogin zur Verfügung. Ebenso kann individuell zieldifferent am gemeinsamen Thema gearbeitet werden.

Klassenlehrer, Fachlehrer und Sonderpädagoginnen der jeweiligen Klasse stehen im ständigen Austausch, um aufkommende Schwierigkeiten zu beheben und pädagogische Inhalte zu besprechen.

Neben dieser inneren Differenzierung im Klassenverband können Schüler, falls notwendig, in einzelnen Stunden im gesonderten Differenzierungsraum gemeinsam mit einer kleinen Schülergruppe und der Sonderpädagogin arbeiten.

Die Sonderpädagoginnen der Schule stehen in regelmäßigem Austausch, um die individuellen Besonderheiten und Bedürfnisse der Schüler mit Förderbedarf im Rahmen des Systems Realschule zu implementieren.

Elternarbeit und Beratung

Die gute und intensive Zusammenarbeit mit den Eltern ist für uns unverzichtbarer Bestandteil, insbesondere unserer Arbeit mit Schülern mit Förderbedarf. Nur wenn gemeinsam pädagogische Ideen und Ziele besprochen und verfolgt werden, können wir einem Schüler bestmögliche Förderung zukommen lassen. Es finden Gespräche mit Eltern und Schülern, dem Schulsozialarbeiter, Sonderpädagoginnen und Klassenlehrern statt, um Probleme möglichst umfassend zu analysieren und Lösungswege aufzuzeigen.

In sonderpädagogischen Fragestellungen stehen die Sonderpädagoginnen dem Kollegium beratend und unterstützend zur Seite.

Unsere Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen

Um den Schülern individuell und passgenau Förderung und Hilfe zukommen zu lassen, arbeiten wir mit verschiedenen außerschulischen Institutionen zusammen.

Bei Bedarf erarbeiten wir gemeinsam mit den Eltern ein Konzept, das die Betreuung am Nachmittag und die Sicherung der Erledigung der Hausaufgaben zum Ziel hat. Wir stehen in Kontakt mit verschiedensten Hausaufgabenbetreuungen und Institutionen, die  eine Nachmittagsbetreuung anbieten. Auch hier ist ein regelmäßiger Kontakt möglich.

Falls es gewünscht wird, knüpfen wir für Eltern und Schüler Kontakte zu Förderschulen und begleiten Gespräche und Hospitationen.

Bei anhaltenden Konflikten und Auffälligkeiten bitten wir den schulpsychologischen Dienst um Unterstützung und Rat. Wir unterstützen Eltern und Schüler, den Kontakt zu diesem Dienst herzustellen.

Im Rahmen der Berufsvorbereitung werden wir ab der achten Klasse mit dem Arbeitsamt zusammenarbeiten. Hierfür stellt das Arbeitsamt speziell ausgebildete Fachkräfte zur Unterstützung der Schüler auf dem Weg in die Berufsfindung und Praktikums- bzw. Stellensuche.

Berufsfindung

Wir befinden uns mit dem ältesten Inklusionsjahrgang in Klasse 8. Die Entwicklung des Berufsfindungskonzeptes befindet sich im Aufbau.

Im Rahmen der Wahlpflichtfächer findet ein Kurs zur Arbeitslehre mit Schülerinnen mit Förderbedarf Lernen statt. Neben der Erkundung verschiedener Berufsbilder werden persönliche Fähigkeiten und Interessen ermittelt. Ziel ist es, dass jeder Schüler ein möglichst genaues Bild von den eignen Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie Grenzen eigener Möglichkeiten entwickelt.

Ziel für das Schuljahr 2015/16 ist der Aufbau einer Schülerfirma im Bereich Hauswirtschaft, um handlungsorientiertes und praxisnahes Lernen zu ermöglichen.

Damit das Konzept des inklusiven Lernens weiterhin ausgestaltet wird, stehen Bausteine wie Teamarbeit, förderorientierte Diagnostik und Beratung sowie kooperative und individualisierende Lernformen auf dem Programm unserer Schulentwicklungsarbeit.