Mediation – Schüler helfen Schülern bei Konflikten

Im Schulalltag müssen Konflikte oft aus Zeitnot „zwischen Tür und Angel“ geregelt werden. Häufig geben Schüler ihren Konflikt beim Lehrer ab, damit er für sie gelöst wird.

Durch das Projekt „Mediation – Schüler helfen Schülern bei Konflikten“ erfahren die Schüler, dass Konflikte zur Zufriedenheit beider Seiten in eigener Verantwortung gelöst werden können.

Schon seit Jahren gibt es an unserer Schule bei Streitigkeiten unter Schülern das Angebot der Mediation.

Mediation wird meist als „Streitschlichtung“ bezeichnet. Es handelt sich bei der Mediation aber nicht darum, dass eine dritte Person einen Streit „schlichtet“, sondern es geht vielmehr darum, dass die streitenden Parteien mit Hilfe der Mediatoren ihren Streit konstruktiv selbst lösen. Die Mediatoren verhalten sich neutral, begleiten die Streitparteien beratend und unterstützen so die Lösungsfindung.

Dies führt dazu, dass es am Ende des erfolgreichen Schlichtungsgesprächs nur Gewinner und keine Verlierer gibt. So werden Kompromissbereitschaft und –fähigkeit und damit auch das Selbstbewusstsein der Streitenden gestärkt.

Zudem profitieren die Schüler, die sich als Mediatoren ausbilden lassen, in hohem Maße für sich selbst: Sie erweitern ihre soziale Kompetenz und verfügen schließlich über Fähigkeiten, die für das spätere Leben in Beruf, Partnerschaft und Gesellschaft von Bedeutung sind.

Praktische Umsetzung an unserer Schule

SchülerInnen der Jahrgangstufe 9 werden im Rahmen des Ergänzungsunterrichts (EGU) zu Mediatoren ausgebildet (eine Doppelstunde pro Woche). In der Klasse 10 stehen sie dann als ausgebildete Mediatoren den Schülern der Klassen 5-7 in Konfliktsituationen zur Seite.

Am Ende der Klasse 9 erhalten die Schüler eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme am Kurs. Schüler, die in Klasse 10 als Mediatoren gearbeitet haben, erhalten am Ende des Schuljahres eine Bescheinigung über die erfolgreiche Tätigkeit als Mediator.

Beides gilt als Zusatzqualifikation und wird als Beilage zum Zeugnis ausgeteilt.

Ab dem Schuljahr 2016/17 werden auch Schüler der Klasse 7 im Rahmen einer AG als Mediatoren ausgebildet, die dann in Klasse 8 die älteren Mediatoren unterstützen.

Die Mediation findet nicht im Klassenraum, sondern in einem hierfür eigens eingerichteten Gesprächsraum statt, in dem sich während der großen Pausen jeweils zwei Mediatoren befinden. Die übrigen Mediatoren halten sich während dieser Zeit auf dem Schulhof und in der Pausenhalle auf und sind durch signalfarbene Bänder für die Schüler erkennbar.

Im Konfliktfall suchen die Schüler die Mediatoren auf und diese vereinbaren mit ihnen schnellstmöglich einen Termin für die Mediation, die dann in der Regel in einer der nächsten großen Pausen stattfindet.

Ebenso können LehrerInnen im Konfliktfall betroffene Schüler zu den Mediatoren schicken, wobei immer das Prinzip der freiwilligen Teilnahme gewahrt bleiben muss.

 

Zu Beginn des Schuljahres lernen die SchülerInnen der Klassen 5 das Konzept „Schüler helfen Schülern bei Konflikten“ kennen. In der Aula stellen sich die Mediatoren zunächst den Schülern persönlich vor. In einem Rollenspiel zeigen sie den Fünftklässlern, was Mediation konkret bedeutet, wie eine solche Konfliktlösung abläuft, woran die Mediatoren für sie erkennbar sind und wann und wo die Mediatoren für sie zu erreichen sind.